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NEVIM Office

Ein komplettes Büro im Browser, auf meinem eigenen Server. Sechs Bereiche, die ineinandergreifen — und ein paar Entscheidungen, die bewusst gegen den Zeitgeist gehen.

Was drin steckt

Sechs Bereiche, die nicht nebeneinander herlaufen, sondern miteinander verbunden sind: E-Mail, Kalender, Aufgaben, Projekte, Kontakte & CRM und Notizen. Eine Anmeldung, eine Oberfläche, alles auf meinem eigenen Server.

Wer sich registriert, landet nicht sofort drin: Neue Zugänge muss ich von Hand freischalten. Danach entscheidet die Rolle, welche Bereiche überhaupt sichtbar sind — ein Nutzer sieht weniger als ein Entwickler, ein Entwickler weniger als die Verwaltung. Und wenn jemand gelöscht werden will, wird wirklich alles gelöscht, mit Sicherheitsabfrage vorweg und einer Frist, in der sich der Schritt noch zurückholen lässt.

Die Rollenverwaltung im Office: für jede Rolle ist angehakt, welche Bereiche sie sehen darf
Für jede Rolle ist angehakt, welche Bereiche sie sieht. Ein paar Seiten sind fest verdrahtet — die eigenen Einstellungen sieht jeder, die Verwaltung nur die Verwaltung.

Projekte: Abschnitte statt Zettelwirtschaft

Ein Projekt besteht aus Abschnitten, die nacheinander freigegeben werden. Springt ein Abschnitt auf „läuft", entstehen die zugehörigen Aufgaben von selbst — nicht alle auf einmal am Anfang, sondern genau dann, wenn sie dran sind.

Aus denselben Daten zeichnet das Office einen Zeitplan: jeder Abschnitt eine Zeile, die Aufgaben darunter, dazu der Fortschritt in Prozent. Hängt eine Aufgabe von einer anderen ab, wird ein Pfeil gezeichnet — und wenn etwas beginnen soll, bevor sein Vorgänger fertig ist, färbt sich der Pfeil rot. Man sieht den Widerspruch, statt ihn zu suchen.

Die Ticketnummer, die keine Verwaltung braucht

Jede Aufgabe trägt eine kurze Kennung wie 4ZGNN37E. Das Besondere: Sie wird nicht vergeben und nirgends gespeichert, sondern aus der Aufgabe selbst ausgerechnet. Es gibt also keinen Zähler, der durcheinanderkommen kann, und keine zwei Stellen, die auseinanderlaufen.

Im Alphabet fehlen bewusst die Zeichen 0, 1, I, L und O. Wer die Nummer vom Bildschirm abtippt oder am Telefon durchgibt, kann sie nicht verwechseln.

Der Kreis, der sich schließt

Aus einer Aufgabe heraus lässt sich eine Mail vorbereiten: Empfänger ist die zuständige Person aus den Kontakten, die Ticketnummer steht im Betreff, der Text ist vorbefüllt. Antwortet der Empfänger, trägt die Antwort die Nummer weiter — und die Mail findet von allein zurück zu ihrer Aufgabe und hängt sich dort an.

Verschickt wird nie automatisch. Es entsteht immer nur ein Entwurf, den ich lese, bevor er rausgeht.

Post sortieren — bewusst ohne KI

Eingehende Mails ordnet das Office den Projekten über Schlüsselwörter zu: In den Projekt-Stammdaten hake ich an, welche Felder als Schlüssel gelten — Auftragsnummer, Ansprechpartner-Adresse, was auch immer das Projekt eindeutig macht. Beim Öffnen einer Mail gleicht das Programm den Text dagegen ab.

  • Genau ein Projekt passt → ein Knopf, und die Mail wandert in den Projekt-Ordner.
  • Mehrere passen → Auswahlknöpfe, ich entscheide.
  • Keins passt → Liste zum Zuordnen von Hand.

Hier arbeitet keine KI, und das ist Absicht. Ein Textabgleich ist vorhersehbar: Bei gleicher Mail kommt immer dasselbe heraus, und ich kann jederzeit nachvollziehen, warum. Beim Einsortieren von Post ist mir Verlässlichkeit wichtiger als Cleverness.

Wo die KI mitarbeitet — und wo nicht

Beim Vorbereiten einer Aufgaben-Mail schreibt der Assistent den Rahmen: Anrede, Einleitung, Schlusssatz. Die harten Angaben — Frist, Arbeitsschritte, Zahlen — setzt anschließend das Programm wörtlich ein. Die KI bekommt diese Werte gar nicht erst zum Umformulieren in die Hand.

Der Grund ist einfach: Ein Sprachmodell schreibt schöne Sätze, aber es darf keine Frist „ungefähr" wiedergeben. Was stimmen muss, macht Programmcode.

Was noch Baustelle ist

  • Die Zeiterfassung hängt noch am alten Karten-Modell aus der Zeit vor dem Zeitplan-Umbau und muss davon gelöst werden.
  • Dateien lassen sich benennen und ordnen, aber noch nicht richtig hochladen und öffnen.
  • Diktieren statt tippen ist angefangen, aber nicht überall verfügbar.
  • Ein paar Beschriftungen im Mail-Bereich sind noch englisch — der Bereich ist zuletzt stark umgebaut worden.
Die Kalender-Monatsansicht des Office mit eigenen Kalendern für Persönlich, Team und Geburtstage
Der Kalender mit mehreren Kalendern nebeneinander. Der hier gezeigte Zugang ist ein leerer Testzugang — auf einer öffentlichen Seite haben echte Termine nichts verloren.